Was zählt als Eigenkapital beim Hauskauf? Beispiele, Nachweise und Bankbewertung
Redaktion KreditImmo · 21.05.2026 · Stand: Mai 2026
Kurzantwort: Als Eigenkapital beim Hauskauf zählt Vermögen, das Ihnen wirtschaftlich gehört, kurzfristig verfügbar ist und gegenüber der Bank sauber nachgewiesen werden kann. Dazu gehören vor allem Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Sparkonten, angespartes Bausparguthaben, verwertbare Wertpapiere, Rückkaufswerte aus Versicherungen, lastenfreies Immobilienvermögen sowie echte Schenkungen. Entscheidend ist aber nicht der gefühlte Vermögenswert, sondern der Betrag, den die Bank nach Prüfung tatsächlich anerkennt.
Genau hier entstehen in der Praxis die meisten Missverständnisse. Auf dem Konto liegt Geld, zusätzlich gibt es vielleicht ein Depot, einen Bausparvertrag oder Unterstützung aus der Familie. Trotzdem bleibt die entscheidende Frage offen: Was davon akzeptiert die Bank wirklich als Eigenkapital und in welcher Höhe?
Wer eine Immobilie kaufen will, rechnet häufig aus Käufersicht: Kaufpreis, Nebenkosten, monatliche Rate. Die Bank rechnet anders. Sie prüft, ob Vermögen vorhanden, belegbar, frei verfügbar und kurzfristig einsetzbar ist. Ein hoher Wert auf dem Papier hilft wenig, wenn er nicht rechtzeitig liquide wird oder nur mit Risiko verwertet werden kann.
Das Wichtigste auf einen Blick
Banken bewerten Eigenkapital nach Verfügbarkeit: Sofort verfügbares Guthaben wird meist einfacher anerkannt als Depotwerte, Versicherungen oder erwartete Verkaufserlöse.
Nachweise sind entscheidend: Kontoauszüge, Depotauszüge, Bausparunterlagen, Schenkungsnachweise und Grundbuchunterlagen sollten aktuell und nachvollziehbar sein.
Nebenkosten aus Eigenkapital verbessern die Struktur: Wer Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler aus eigenen Mitteln zahlt, reduziert den kritischen Fremdkapitalanteil.
Förderdarlehen sind kein klassisches Eigenkapital: KfW- oder Landesförderkredite können die Finanzierung verbessern, bleiben aber in der Regel Darlehen.
Reserve nicht aufbrauchen: Eine gute Finanzierung lässt nach Kauf, Umzug und ersten Reparaturen noch finanziellen Spielraum.
Wenn Sie gerade prüfen, ob Ihr Vermögen für Kaufpreis, Kaufnebenkosten und Finanzierung ausreicht, ist dieser Blickwinkel entscheidend. Nicht nur was Sie besitzen, sondern was die Bank als belastbares Eigenkapital anerkennt, beeinflusst Zinssatz, Zusagewahrscheinlichkeit und Ihre finanzielle Reserve nach dem Kauf.
Eigenkapital ist der Teil der Finanzierung, den Sie nicht über ein Bankdarlehen aufnehmen müssen. Beim Immobilienkauf sind das vor allem vorhandene Ersparnisse und verwertbare Vermögenswerte, die in Kaufpreis, Kaufnebenkosten, Modernisierung oder Reserve einfließen können.
Für die Bank zählt aber nicht jede Position gleich. Sie bewertet Eigenkapital nach Verfügbarkeit, Nachweisbarkeit und Risiko. Ein Tagesgeldkonto ist deshalb leichter einzuordnen als ein schwankendes Depot, eine noch nicht ausgezahlte Lebensversicherung oder eine nur mündlich zugesagte Familienschenkung.
Die Sicht des Käufers und die Sicht der Bank
Aus Käufersicht gehört häufig alles dazu, was finanziell helfen könnte: Erspartes, Depot, Bausparvertrag, Hilfe der Eltern, ein Auto, das verkauft werden soll, oder eine erwartete Bonuszahlung. Die Bank rechnet strenger. Sie fragt bei jeder Position:
Ist das Vermögen bereits vorhanden?
Gehört es wirtschaftlich eindeutig dem Käufer?
Ist es kurzfristig verfügbar?
Lässt sich Herkunft und Höhe sauber belegen?
Muss die Bank einen Sicherheitsabschlag ansetzen?
Darum wird Vermögen nicht automatisch mit dem vollen Wert berücksichtigt. Auf Ihrer privaten Übersicht können 60.000 Euro stehen. In der Kreditprüfung kommen davon vielleicht nur 45.000 bis 50.000 Euro an, wenn Depotwerte schwanken, Geld nicht rechtzeitig verfügbar ist oder Nachweise fehlen.
Praxisregel: Für die Finanzierung zählt nicht der Wunschwert eines Vermögenswerts, sondern der bankseitig anrechenbare Betrag nach Prüfung von Nachweis, Verfügbarkeit und Risiko.
Warum die Bankenperspektive so wichtig ist
Eigenkapital ist für die Bank ein Risikopuffer. Je klarer und liquider Ihre Mittel sind, desto besser lässt sich die Finanzierung strukturieren. Das kann die Prüfung vereinfachen, Rückfragen reduzieren und die Konditionen verbessern.
Typische Stolperfallen sind ein Depot ohne Sicherheitsabschlag, eine mündlich zugesagte Familienschenkung ohne schriftlichen Nachweis oder ein privates Darlehen von Angehörigen, das Käufer als Eigenkapital verstehen, die Bank aber als zusätzliche Verbindlichkeit bewertet.
Auch Fördermittel werden häufig falsch eingeordnet. Ein KfW-Darlehen oder ein Landesförderkredit kann die Finanzierung entlasten, bleibt aber ein Darlehen. Es ersetzt deshalb nicht automatisch echtes Eigenkapital.
Vor dem Banktermin lohnt sich deshalb eine nüchterne Bestandsaufnahme: Welcher Teil Ihres Vermögens ist sofort verfügbar, welcher Teil braucht Vorbereitung und welcher Teil sollte besser als Reserve bleiben?
Warum Eigenkapital die Baufinanzierung verbessert
Eigenkapital verbessert eine Baufinanzierung auf zwei Ebenen. Erstens brauchen Sie weniger Fremdkapital. Zweitens sinkt für die Bank das Risiko, weil ein größerer Teil der Gesamtkosten aus eigenen Mitteln getragen wird.
Das bedeutet nicht, dass jede Finanzierung mit wenig Eigenkapital unmöglich ist. Aber sie wird prüfungsintensiver. Einkommen, Objektqualität, Haushaltsrechnung und Reserve müssen dann besonders gut zusammenpassen.
Beleihungsauslauf und Bankrisiko
Banken schauen bei Immobilienfinanzierungen stark auf den Beleihungsauslauf. Vereinfacht gesagt geht es darum, wie hoch das Darlehen im Verhältnis zum bankseitig angesetzten Immobilienwert ist. Je mehr eigenes Geld Sie einbringen, desto niedriger fällt dieser Wert aus.
In der Praxis kann das einen spürbaren Unterschied machen. Zwei Käufer mit gleichem Einkommen erhalten nicht automatisch die gleichen Konditionen. Wer die Nebenkosten aus Eigenkapital zahlt und zusätzlich eine Reserve behält, wirkt aus Banksicht stabiler als ein Haushalt, der Kaufpreis, Nebenkosten und Renovierung vollständig fremdfinanziert.
Der Punkt ist einfach: Eigenkapital senkt nicht nur die Kreditsumme. Es verbessert die gesamte Struktur der Finanzierung.
80-Prozent-, 90-Prozent- und Vollfinanzierung
Begriffe wie 80-Prozent-Finanzierung, 90-Prozent-Finanzierung oder Vollfinanzierung werden im Alltag oft vereinfacht verwendet. Entscheidend ist, welche Kosten tatsächlich finanziert werden und welchen Wert die Bank für die Immobilie ansetzt.
80-Prozent-Finanzierung: Ein größerer Teil der Gesamtkosten wird aus Eigenkapital getragen. Das kann die Konditionen verbessern.
90-Prozent-Finanzierung: Viele Vorhaben liegen in diesem Bereich. Die Finanzierung kann tragfähig sein, wenn Einkommen, Objekt und Reserve passen.
Vollfinanzierung: Der Kaufpreis wird vollständig fremdfinanziert. Werden zusätzlich Nebenkosten oder Modernisierungskosten finanziert, steigt das Risiko deutlich.
Ob eine Finanzierung realistisch ist, hängt nicht nur von der Eigenkapitalquote ab. Entscheidend sind auch Einkommen, Haushaltsüberschuss, Objektzustand, Zinsbindung, Tilgung und Rücklagen. Eine erste Orientierung bietet der Budgetrechner für den Immobilienkauf.
Warum Kaufnebenkosten möglichst aus Eigenkapital kommen sollten
Bei vielen Immobilienkäufen sind nicht der Kaufpreis, sondern die Nebenkosten der kritische Punkt. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und je nach Fall Maklerkosten schaffen keinen zusätzlichen Objektwert für die Bank. Werden sie mitfinanziert, steigt der Kreditbetrag, ohne dass die Sicherheit im gleichen Umfang wächst.
Aus Finanzierungssicht ist es deshalb häufig sinnvoll, die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zu bezahlen. Das verbessert die Struktur und kann die Prüfung erleichtern. Mit dem Nebenkostenrechner sehen Sie früh, wie groß dieser Kostenblock neben dem Kaufpreis wirklich ist.
Eigenkapital wirkt besonders stark dort, wo es Finanzierungslücken schließt, die der Bank wenig zusätzliche Sicherheit bringen.
Wichtig ist trotzdem: Nicht das gesamte verfügbare Geld sollte in den Kauf fließen. Nach dem Erwerb entstehen oft weitere Kosten für Umzug, Küche, Renovierung, doppelte Miete, kleinere Reparaturen oder neue Versicherungen. Wer ohne Reserve startet, muss später häufig teurere Lösungen nutzen.
Diese Vermögenswerte akzeptieren Banken als Eigenkapital
Zwei Käufer können rechnerisch jeweils 40.000 Euro Vermögen haben und trotzdem sehr unterschiedlich bewertet werden. 40.000 Euro auf Tagesgeld sind für die Bank einfacher als eine Mischung aus Depot, geplantem Autoverkauf und mündlicher Familienschenkung.
Für die Bank zählen vor allem drei Fragen: Ist das Vermögen verfügbar, ist es nachweisbar und wie sicher ist der Wert?
Guthaben auf Konto und Sparformen
Am stärksten wirkt Geld, das kurzfristig eingesetzt werden kann. Dazu gehören:
Girokonto
Tagesgeldkonto
Sparkonto
Festgeld, wenn die Fälligkeit zum Kaufzeitpunkt passt oder eine vorzeitige Verfügung möglich ist
Diese Mittel sind für Banken meist am einfachsten zu akzeptieren, weil Höhe und Verfügbarkeit mit aktuellen Kontoauszügen oder Bankbestätigungen belegt werden können.
Bei Festgeld kommt es auf die Laufzeit an. Liegt das Geld noch lange fest oder wäre eine vorzeitige Verfügung nur mit Verlusten möglich, wird die Bank vorsichtiger rechnen.
Bausparguthaben, Wertpapiere und Versicherungen
Bausparguthaben zählt häufig als Eigenkapital, soweit es bereits angespart wurde. Die spätere Darlehensoption aus dem Bausparvertrag ist dagegen Fremdkapital und kein Eigenkapital.
Wertpapierdepots mit Aktien, Fonds oder ETFs können ebenfalls berücksichtigt werden. Banken setzen hier jedoch häufig Sicherheitsabschläge an, weil Kurse schwanken und nicht jeder Wert kurzfristig ohne Risiko veräußert werden kann.
Lebensversicherungen oder ähnliche Policen zählen nur mit dem aktuell verwertbaren Wert, häufig dem Rückkaufswert. Eine prognostizierte Ablaufleistung in der Zukunft hilft für die heutige Finanzierung nur eingeschränkt.
Immobilienvermögen, Schenkungen und Verkaufserlöse
Eine bereits vorhandene Immobilie oder ein lastenfreies Grundstück kann Eigenkapitalcharakter haben. Die Bank setzt aber nicht automatisch den geschätzten Marktwert an. Entscheidend ist, welcher frei verfügbare Wert nach Abzug bestehender Darlehen und nach banküblicher Bewertung verbleibt.
Schenkungen von Eltern oder anderen Angehörigen werden häufig anerkannt, wenn sie rechtlich klar dokumentiert sind und das Geld tatsächlich verfügbar ist. Problematisch wird es, wenn im Hintergrund eine Rückzahlung erwartet wird. Dann handelt es sich wirtschaftlich eher um ein privates Darlehen.
Verkaufserlöse aus Auto, Wertgegenständen oder einer anderen Immobilie können berücksichtigt werden, wenn sie bereits realisiert oder sehr belastbar nachgewiesen sind. Eine bloße Verkaufsabsicht verbessert die Finanzierung meist noch nicht.
Was Banken kritisch sehen
Einige Mittel klingen hilfreich, führen in der Kreditprüfung aber häufig zu Rückfragen:
Private Darlehen von Familie oder Freunden: Sie sind wirtschaftlich meist zusätzliches Fremdkapital.
Erwartete Erbschaften, Boni oder Provisionen: Solange das Geld nicht verfügbar ist, zählt es nicht belastbar.
Geplante Verkäufe: Erst der tatsächliche Erlös ist wirklich belastbar.
Eigenleistungen: Sie können im Einzelfall helfen, werden aber nur begrenzt und bei plausibler Planung berücksichtigt.
Unklare Bareinzahlungen oder Geldflüsse: Sie können Nachfragen zur Mittelherkunft auslösen.
Gerade private Darlehen werden oft unterschätzt. Für Käufer fühlt sich Unterstützung aus der Familie wie Eigenkapital an. Für die Bank kann dadurch aber eine weitere Rückzahlungsverpflichtung entstehen, die die Haushaltsrechnung verschlechtert.
Nachweise und Bankenbewertung im Überblick
Sie legen 40.000 Euro Eigenkapital vor, die Bank rechnet aber nur mit einem niedrigeren Betrag. Das liegt meist nicht am guten oder schlechten Willen der Bank, sondern an Nachweisen, Verfügbarkeit und Sicherheitsabschlägen.
Wer die Unterlagen früh vorbereitet, spart Zeit im Kreditantrag. Besonders wichtig sind aktuelle Dokumente, nachvollziehbare Geldflüsse und eine klare Trennung zwischen Eigenkapital, Förderdarlehen und weiteren Verbindlichkeiten.
Vermögenswert
Zählt als Eigenkapital?
Typischer Nachweis
Bankbewertung in der Praxis
Girokonto
Ja
Aktueller Kontoauszug
Meist volle Anerkennung, wenn Guthaben frei verfügbar und Herkunft nachvollziehbar ist
Tagesgeldkonto
Ja
Kontoauszug oder Bankbestätigung
Sehr gut bewertbar, weil kurzfristig verfügbar und wertstabil
Sparkonto
Häufig ja
Sparbuch oder aktueller Auszug
Anerkannt, wenn Kündigungsfristen den Kauf nicht verzögern
Gut nutzbar, wenn keine Rückzahlung vereinbart oder erwartet wird
Privates Darlehen von Angehörigen
Kritisch
Darlehensvertrag, Kontoeingang
Häufig zusätzliche Verbindlichkeit und damit kein echtes Eigenkapital
Verkaufserlös aus Auto oder Vermögen
Wenn realisiert
Kaufvertrag und Kontoeingang
Belastbar erst, wenn der Erlös tatsächlich verfügbar ist
Eigenleistungen
Im Einzelfall
Detaillierte Aufstellung, Angebote, Bau- oder Sanierungsplanung
Nur begrenzt und bei realistischer fachlicher Planung ansetzbar
KfW- oder Landesförderdarlehen
Kein klassisches Eigenkapital
Förderzusage, Darlehensunterlagen
Kann die Gesamtfinanzierung verbessern, bleibt aber ein Darlehensbaustein
Die Tabelle zeigt: Liquide Mittel mit sauberem Herkunftsnachweis werden am einfachsten anerkannt. Alles, was von Marktwerten, künftigen Verkäufen oder familiären Absprachen abhängt, wird vorsichtiger bewertet.
Im Immobilienfinanzierungsrechner können Sie Eigenkapital, Darlehen, Nebenkosten und mögliche Förderbausteine gemeinsam einordnen.
Eigenkapital aufstocken und Fehler vermeiden
Kurz vor dem Kreditantrag zeigt sich häufig: Auf dem Papier ist genug Vermögen vorhanden, in der Bankprüfung bleibt aber weniger übrig. Wer früh sortiert, kann noch nachsteuern.
Was hilft, wenn Eigenkapital knapp ist?
Der erste Hebel ist eine saubere Bestandsaufnahme. Listen Sie nicht nur Vermögenswerte auf, sondern ordnen Sie jede Position nach Verfügbarkeit, Nachweis und Banktauglichkeit ein.
In der Praxis helfen vor allem diese Schritte:
Liquidität rechtzeitig herstellen: Vermögenswerte nur dann einplanen, wenn Verkauf oder Auszahlung realistisch zum Kaufzeitpunkt passen.
Familienhilfe sauber dokumentieren: Eine echte Schenkung sollte schriftlich festgehalten und über nachvollziehbare Kontobewegungen belegt werden.
Privatdarlehen offen einordnen: Darlehen von Angehörigen sind keine echte Eigenkapitalquelle, wenn eine Rückzahlung vereinbart ist.
Fördermittel als eigenen Baustein prüfen: Förderdarlehen können helfen, sollten aber getrennt vom Eigenkapital betrachtet werden.
Reserve schützen: Planen Sie nicht jeden Euro ein. Nach dem Kauf entstehen fast immer zusätzliche Ausgaben.
Der Gedanke wird in der Praxis so umgesetzt:
Wenn vor dem Antrag noch etwas Zeit bleibt, ist die Reihenfolge wichtig: erst Vermögen realistisch prüfen, dann mögliche Verkäufe abschließen, danach Geldeingänge dokumentieren und Unterlagen bündeln. Die Praxisbeispiele zeigen, wie unterschiedliche Eigenkapitalquellen in echten Finanzierungssituationen wirken können.
Die häufigsten Fehler vor dem Kreditantrag
Der teuerste Fehler ist oft, das gesamte verfügbare Geld in Kaufpreis und Nebenkosten zu stecken. Danach fehlt die Reserve für Umzug, Renovierung, Küche, doppelte Miete oder Reparaturen.
Ein zweiter häufiger Fehler ist eine zu optimistische Bewertung. Käufer rechnen mit dem aktuellen Depotstand, dem Wunschpreis eines Autos oder einer erwarteten Schenkung. Die Bank rechnet vorsichtiger und fragt nach belastbaren Nachweisen.
Auch unklare Geldflüsse können den Prozess verzögern. Größere Bareinzahlungen, kurzfristige Überweisungen von Dritten oder nicht erklärte Kontobewegungen führen schnell zu Rückfragen zur Herkunft der Mittel.
Gute Finanzierungen scheitern selten an einer einzelnen Zahl. Sie scheitern häufiger daran, dass mehrere kleine Annahmen gleichzeitig zu optimistisch waren.
Praxisbeispiele: Wie rechnet die Bank?
Die Banklogik wird greifbarer, wenn man typische Situationen betrachtet. Die folgenden Beispiele sind vereinfachte Orientierung und ersetzen keine individuelle Finanzierungsprüfung.
Szenario 1: Ersparnisse und Familienschenkung
Ein Paar hat Geld auf Giro- und Tagesgeldkonten aufgebaut. Zusätzlich unterstützen die Eltern mit einer Schenkung. Aus Banksicht ist diese Kombination oft gut darstellbar, wenn der Geldfluss klar dokumentiert ist und keine Rückzahlung erwartet wird.
Wichtig bleibt die Reserve. Wenn das Paar den gesamten Betrag in Kaufpreis und Nebenkosten steckt, wird die Finanzierung zwar rechnerisch stärker, aber im Alltag riskanter. Im Praxisbeispiel Familienkauf in Münster lässt sich nachvollziehen, wie Eigenkapital, Förderung und Rücklage zusammenspielen können.
Szenario 2: Depot und Bausparguthaben
Ein Single-Käufer hat ein ETF-Depot und einen Bausparvertrag, aber weniger Geld auf dem Tagesgeldkonto. Die Bank bewertet das Bausparguthaben meist klarer als die spätere Darlehensoption. Beim Depot schaut sie auf Schwankungen, Verfügbarkeit und einen möglichen Sicherheitsabschlag.
Hier lohnt sich eine konservative Planung. Wer nur mit dem aktuellen Depotstand kalkuliert, kann sich zu reich rechnen. Das Praxisbeispiel Eigentumswohnung in Dortmund zeigt, wie eine Finanzierung auch mit begrenztem freiem Eigenkapital strukturiert werden kann.
Szenario 3: Wenig Eigenkapital, aber Fördermittel
Ein Haushalt hat wenig freie Rücklagen, aber ein stabiles Einkommen. Förderdarlehen können in solchen Fällen helfen, die Gesamtfinanzierung tragfähiger zu machen. Sie ersetzen aber nicht automatisch Eigenkapital.
Für solche Konstellationen lohnt es sich, Varianten nebeneinander zu rechnen: Finanzierung ohne Förderung, Finanzierung mit Förderbaustein, längere Zinsbindung, höhere oder niedrigere Tilgung und realistische Rücklage. Weitere Fälle finden Sie unter Praxisbeispiele aus der Immobilienfinanzierung, etwa beim Neubau in Köln mit Förderbausteinen.
Häufige Fragen zum Eigenkapital beim Hauskauf
Was zählt beim Hauskauf als Eigenkapital?
Als Eigenkapital zählt Vermögen, das Ihnen wirtschaftlich gehört, verfügbar ist und nachgewiesen werden kann. Typische Beispiele sind Giro- und Tagesgeldguthaben, Sparkonto, Festgeld, Bausparguthaben, Wertpapiere, Rückkaufswerte aus Versicherungen, lastenfreies Immobilienvermögen und echte Schenkungen.
Zählt ein Bausparvertrag als Eigenkapital?
Ja, aber nur mit dem bereits angesparten Guthaben. Die spätere Darlehenssumme aus dem Bausparvertrag ist kein Eigenkapital, sondern ein möglicher zusätzlicher Finanzierungsbaustein.
Zählt eine Schenkung der Eltern als Eigenkapital?
Ja, häufig schon. Die Bank prüft aber, ob es sich wirklich um eine Schenkung handelt. Sobald eine Rückzahlung erwartet oder vereinbart wird, kann die Unterstützung als private Verbindlichkeit eingeordnet werden.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Hauskauf?
Eine feste Untergrenze gibt es nicht. In der Praxis ist entscheidend, ob Kaufpreis, Kaufnebenkosten, Rücklagen und Monatsrate zusammen tragfähig bleiben. Mehr Eigenkapital verbessert häufig die Finanzierungsstruktur, aber auch eine ausreichende Reserve nach dem Kauf ist wichtig.
Muss ich die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zahlen?
Nicht zwingend. Aus Finanzierungssicht ist es aber häufig sinnvoll, Kaufnebenkosten möglichst aus eigenen Mitteln zu tragen. Werden sie mitfinanziert, steigt der Kreditbetrag, ohne dass die Bank dafür einen zusätzlichen Immobilienwert erhält.
Kann ich auch ohne Eigenkapital eine Baufinanzierung bekommen?
Ja, das ist grundsätzlich möglich. Solche Finanzierungen setzen aber meist eine sehr stabile Bonität, ein überzeugendes Objekt und eine tragfähige Haushaltsrechnung voraus. In der Praxis sind sie häufig teurer und anfälliger für Rückfragen. Mehr dazu finden Sie unter Finanzierung ohne Eigenkapital.
Welche Nachweise verlangt die Bank?
Üblich sind aktuelle Kontoauszüge, Depotauszüge, Bausparunterlagen, Nachweise zum Rückkaufswert von Versicherungen, Grundbuchunterlagen bei weiterem Immobilienbesitz und bei Schenkungen eine klare Dokumentation des Geldflusses. Je einfacher Herkunft, Verfügbarkeit und Höhe belegbar sind, desto reibungsloser läuft die Prüfung.
Quellen und Hinweise
Die folgenden externen Quellen helfen bei der fachlichen Einordnung von Immobilienkredit, Eigenkapital, Kaufnebenkosten und Förderdarlehen:
Hinweis: Dieser Artikel bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Finanzierungs-, Steuer- oder Rechtsberatung. Banken bewerten Eigenkapital, Sicherheiten und Förderbausteine nach eigenen Richtlinien. Prüfen Sie deshalb vor einer Kaufentscheidung immer Ihre konkrete Finanzierung.
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