Zur Blog-Übersicht

AfA bei vermieteten Immobilien: Berechnung & Banklogik

Redaktion KreditImmo · 19.06.2026 · Stand: Juni 2026

Die Absetzung für Abnutzung (AfA) ist für viele Kapitalanleger der steuerliche Hebel neben Mieteinnahmen und Zinsen — doch sie wirkt anders als der monatliche Cashflow und anders, als Banken Ihre Finanzierung prüfen. Dieser Deep-Dive zeigt, wie Sie die AfA auf den Gebäudeanteil berechnen, welche Sätze typischerweise gelten und wo Finanzamt und Bank divergieren. Ergänzt den Überblick Wohnung kaufen und vermieten: Finanzierung, Cashflow & AfA.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. AfA-Sätze und Steuerwirkung hängen vom Einzelfall ab — insbesondere Baujahr, Nutzungsart und persönlichem Steuersatz. Keine garantierten Steuervorteile.

AfA berechnen: Rechenweg im AfA-Rechner

Öffnen Sie den AfA im AfA-Rechner und gehen Sie so vor:

  1. Kaufpreis eingeben: Gesamter Kaufpreis der vermieteten Immobilie (Beispiel: 250.000 €).
  2. Gebäudeanteil festlegen: z. B. 80 % laut Teilungserklärung oder Aufteilung — Grund und Boden sind nicht abschreibbar.
  3. Baujahr wählen: Der AfA-Satz hängt vom Baujahr ab (z. B. 2 % linear bei typischem Bestand — prüfen).
  4. Abschreibungsart wählen: linear (häufig) oder degressiv, wenn voraussetzungen erfüllt — Steuerberater klären.
  5. Ergebnis lesen: AfA-Basis in Euro, jährliche AfA und Restbuchwert über die Nutzungsdauer — Szenario speichern und mit Steuerberater besprechen.

Kurzformel (linear): AfA pro Jahr = Kaufpreis × Gebäudeanteil × AfA-Satz

Beispiel: 250.000 € × 80 % × 2 % = 4.000 €/Jahr (Satz und Baujahr individuell prüfen).

Das Wichtigste auf einen Blick

  • AfA gilt nur auf den Gebäudeanteil — nicht auf Grund und Boden.
  • Typisch 2 % linear bei Bestand; Neubau ab 2023 oft 2,5 % (Beispiel — Baujahr prüfen).
  • Bank rechnet AfA in der Regel nicht in die Tragfähigkeit ein.
  • Cashflow und AfA sind verschiedene Größen — AfA ist keine Geldzahlung.
  • Rechner: AfA-Basis und Jahresbetrag im AfA-Rechner durchrechnen.

Einführung: AfA als Hebel bei Kapitalanlage

Wer eine Wohnung kauft und vermietet, hat drei Ebenen im Blick: die Finanzierung (Rate, Eigenkapital), den Cashflow (Miete minus laufende Kosten) und die Steuer (Werbungskosten wie Zinsen und AfA). Die AfA fällt in die dritte Kategorie — sie mindert den steuerpflichtigen Überschuss, ohne dass monatlich Geld abfließt.

Das klingt attraktiv, birgt aber Missverständnisse: Viele rechnen die AfA direkt in die monatliche Liquidität ein oder erwarten, dass die Bank sie als Einkommen anerkennt. Beides trifft in der Regel nicht zu. Deshalb lohnt ein eigener Deep-Dive — nach dem Hub-Artikel zur Vermietungsfinanzierung.

Den Gesamtplan inklusive Vermietungsmodus sehen Sie im Vermietungsmodus im Immobilienfinanzierungsrechner — dort verbinden Sie Kaufpreis, Finanzierung und laufende Kosten.

AfA bei Kapitalanlage-ETW: lineare Abschreibung des Gebäudeanteils über die Nutzungsdauer.

Die Grafik verdeutlicht das Prinzip: Über Jahrzehnte wird der Gebäudewert planmäßig abgeschrieben — der jährliche Betrag hängt von AfA-Basis und Satz ab.

Was ist die AfA bei vermieteten Immobilien?

Die Absetzung für Abnutzung (AfA) ist eine steuerliche Abschreibung des abnutzbaren Gebäudewerts bei vermieteten Objekten. Rechtsgrundlage ist § 7 EStG. Sie gilt als Werbungskosten und reduziert den Überschuss aus Vermietung und Verpachtung.

Entscheidend: Abschreibbar ist nur der Gebäudeanteil. Grund und Boden werden nicht abgeschrieben — der Bodenwert bleibt in der AfA-Basis außen vor. Den Anteil entnehmen Sie der Teilungserklärung, dem Kaufvertrag oder einer üblichen Aufteilung (häufig 70–85 % Gebäude bei ETW).

Die AfA ist keine Zahlung an Sie, sondern eine buchhalterische Größe fürs Finanzamt. Ob und wie stark sie Ihre Steuerlast senkt, hängt vom Grenzsteuersatz, anderen Einkünften und der Gesamtsituation ab — keine pauschale Steuerersparnis.

Details zur Berechnung: AfA-Basis und Jahresbetrag im AfA-Rechner prüfen.

AfA-Sätze: Neubau, Bestand, denkmalgeschützt

Der AfA-Satz hängt vom Baujahr, der Art des Gebäudes und ggf. von Sonderregeln (Denkmal, degressive AfA) ab. Die folgende Tabelle dient der Orientierung — für Ihr Objekt gelten die konkreten Vorgaben in BMF EStH zu § 7; klären Sie den Satz mit einem Steuerberater.

Objekttyp (Beispiel)Typischer Satz (linear)Hinweis
Bestand (häufig)2 % p.a.Baujahr ab 1925, nicht Neubau ab 2023 — Beispiel, prüfen
Neubau ab 20232,5 % p.a.Beispiel für Wohngebäude — individuelle Prüfung nötig
Gebäude 1925–20223 % p.a.Ältere Regelung — Baujahr entscheidend
DenkmalgeschütztSonderregelnErhöhte oder besondere AfA möglich — Steuerberater

Beispielwerte Juni 2026 — keine Steuerberatung. Satz immer am Baujahr und an § 7 EStG festmachen.

Übersicht AfA-Sätze für vermietete Wohngebäude: Bestand, Neubau ab 2023, ältere Gebäude.

Bei Neubau-Kapitalanlagen kann zusätzlich die degressive AfA infrage kommen — Voraussetzungen und Fristen sind komplex und gehören in die steuerliche Einzelberatung, nicht in eine Pauschalaussage.

AfA und Bank: Was die Bank anders sieht als das Finanzamt

Das Finanzamt rechnet AfA als Werbungskosten — die Bank tut das in der Haushaltsrechnung in der Regel nicht. Für die Kreditentscheidung zählen typischerweise:

  • Ihr Nettoeinkommen und bestehende Verbindlichkeiten
  • Die Kreditrate (Zins plus Tilgung)
  • Mieteinnahmen — oft mit Abschlag (z. B. 70–80 % der Kaltmiete, institutsabhängig)
  • Eigenkapital, Beleihungswert und Objektqualität

Die AfA verbessert nicht automatisch Ihre Tragfähigkeit aus Banksicht. Steuerliche Entlastung kann Ihr verfügbares Einkommen indirekt erhöhen — das ist aber nicht dasselbe wie eine anrechenbare Mieteinnahme oder ein zusätzlicher Cashflow.

Mehr zur Banklogik bei Anlageobjekten: Finanzierung der Kapitalanlage im Immobilienfinanzierungsrechner — dort sehen Sie Rate, Beleihung und Vermietungsannahmen im Zusammenspiel.

Das Video erklärt, wie Banken Einkommen und Rate prüfen — übertragbar auf Kapitalanlagen, wenn Mieteinnahmen und Objektrisiko in die Tragfähigkeit einfließen. Die AfA selbst spielt dort keine Rolle.

Beispielrechnung: ETW 250.000 € (Gebäudeanteil 80 %)

Annahmen (Beispiel, Stand Juni 2026): Kaufpreis 250.000 €, Gebäudeanteil 80 % (= 200.000 € AfA-Basis), Grund und Boden 20 % (= 50.000 €, nicht abschreibbar), AfA-Satz 2 % linear (typischer Bestand — Baujahr prüfen).

Rechenweg AfA: 250.000 Euro Kaufpreis, 80 Prozent Gebäudeanteil, 2 Prozent AfA ergibt 4.000 Euro pro Jahr.
  • Kaufpreis: 250.000 €
  • Gebäudeanteil: 80 % → AfA-Basis 200.000 €
  • Grund und Boden: 50.000 € (keine AfA)
  • AfA-Satz (Beispiel): 2 % linear
  • AfA pro Jahr: 200.000 × 2 % = 4.000 €
  • Lineare AfA über 50 Jahre (Beispiel bei 2 %): gleichbleibend 4.000 €/Jahr

Was bedeutet 4.000 € AfA steuerlich? Vereinfacht: Sie mindern den vermietungsbezogenen Überschuss um 4.000 €. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 % (nur Beispiel) könnte die Steuerlast um rund 1.680 € sinken — das ist keine Garantie und ersetzt keine Steuerberatung. Negative Cashflows werden durch AfA nicht automatisch ausgeglichen.

Im Praxisbeispiel Kapitalanlage-ETW in Bochum sehen Sie, wie AfA, Miete und Finanzierung in einem konkreten Fall zusammenwirken — mit interaktivem FinanzPlan.

Cashflow und Steuerwirkung zusammen simulieren: Cashflow der Kapitalanlage simulieren.

AfA vs. Cashflow — realistische Erwartungen

Cashflow ist der tatsächliche Geldfluss: Kaltmiete minus Kreditrate, nicht umlagefähiges Hausgeld, Instandhaltung und andere Ausgaben. AfA ist eine steuerliche Abschreibung ohne Geldabfluss — sie kann die Steuerlast senken, ändert aber nicht unmittelbar den Kontostand.

Typisches Muster bei Kapitalanlage-ETW: leicht negativer Cashflow vor Steuer, moderierte Belastung nach Steuer — abhängig von Zins, Miete, AfA und persönlichem Steuersatz. Wer nur auf die AfA schaut, übersieht oft Hausgeld, Leerstand und Instandhaltung.

Fünf häufige Fehler:

  • AfA als Einkommen behandeln: Sie erhalten kein zusätzliches Geld — nur eine steuerliche Korrektur.
  • Grund und Boden mitabschreiben: Nur der Gebäudeanteil ist AfA-fähig.
  • Satz pauschal 2 % annehmen: Baujahr und Neubau-Regeln können abweichen — Steuerberater fragen.
  • Bank rechnet wie Finanzamt: Tragfähigkeit basiert auf Rate und Miete, nicht auf AfA.
  • Steuerersparnis garantieren: Grenzsteuersatz, Verlustverrechnung und Sonderfälle ändern das Ergebnis.

Häufig gestellte Fragen

Was ist AfA bei vermieteten Immobilien?

Die Absetzung für Abnutzung (AfA) ist eine steuerliche Abschreibung des Gebäudeanteils bei vermieteten Objekten. Sie mindert den steuerpflichtigen Überschuss aus Vermietung — nur auf den Gebäudewert, nicht auf Grund und Boden.

Wie berechne ich die AfA auf den Gebäudeanteil?

Kaufpreis × Gebäudeanteil = AfA-Basis. AfA pro Jahr = AfA-Basis × AfA-Satz. Beispiel: 250.000 € × 80 % × 2 % = 4.000 €/Jahr. Exakt rechnen Sie im AfA-Rechner — der Satz hängt vom Baujahr ab.

Welcher AfA-Satz gilt für Wohngebäude?

Das hängt vom Baujahr ab. Typisch sind 2 % linear (häufig bei Bestand), 2,5 % bei Neubau ab 2023 (Beispiel — prüfen) oder 3 % bei älteren Gebäuden (1925–2022). Details in § 7 EStG und BMF EStH — individuell mit Steuerberater klären.

Berücksichtigt die Bank die AfA?

In der Regel nicht für die Tragfähigkeitsrechnung. Die Bank prüft Einkommen, Rate und Mieteinnahmen — die AfA ist eine steuerliche Größe fürs Finanzamt.

Wie unterscheidet sich AfA von Cashflow?

Cashflow ist der Geldfluss aus Miete und Kosten. AfA ist eine buchhalterische Abschreibung ohne Geldabfluss — sie kann die Steuerlast senken, verbessert aber nicht automatisch den monatlichen Überschuss.

Fazit

Die AfA ist ein wichtiger Baustein der steuerlichen Betrachtung vermieteter Immobilien — aber kein Ersatz für soliden Cashflow und eine bankfähige Finanzierung. Berechnen Sie die AfA-Basis sauber, prüfen Sie den Satz am Baujahr und trennen Sie steuerliche Wirkung von der Haushaltsrechnung der Bank.

AfA im AfA-Rechner berechnen · Vermietungsmodus im Immobilienfinanzierungsrechner nutzen

Keine individuelle Steuer- oder Finanzberatung. AfA-Sätze und Steuerwirkung sind beispielhaft — konsultieren Sie einen Steuerberater. Keine garantierten Steuervorteile.

Quellen

Jetzt Immobilienfinanzierung mit Förderungen berechnen oder persönlich beraten lassen

Durchschnittliche Ersparnis: 4.596 € pro Jahr

Eigenes Szenario mit Förderungen berechnen

Passen Sie Kaufpreis, Eigenkapital und Vorhaben an Ihre Situation an — der Rechner prüft automatisch alle verfügbaren Förderprogramme und zeigt Ihre optimale Monatsrate.

  • 100% kostenlos & unverbindlich
  • Sofortiges Ergebnis in wenigen Minuten
  • Automatische Prüfung von KfW- und Länderförderungen
⏱️ Dauer: ca. 5 Min.🔒 Vertraulich & ohne Schufa✅ Ohne Registrierung

Noch unsicher? In unseren Praxisbeispielen sehen Sie Finanzierungen mit Förderungen — und bekommen eine Vorstellung, wie Ihre aussehen könnte.

Persönliche Beratung

Sie möchten Ihre Finanzierung persönlich besprechen? Unsere Experten beraten Sie individuell und klären alle Ihre Fragen — unkompliziert, kostenlos und unverbindlich.

M
S
K
Berater verfügbarTermine oft kurzfristig möglich